Erkrankungen des Enddarms
Täglich erreichen uns viele Anrufe mit der Anfrage nach proktologischen Untersuchungsterminen. Hierbei werden in der Regel zwei Beschwerdebilder angegeben: 1) Schmerzhafte Schwellung am Analrand mit bläulicher praller Verdickung wie eine Kirsche: hierbei handelt es sich meist um eine Analvenenthrombose: Hilfe bringt Posterisan akut Salbe, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist, Kühlung, Ibuprofen 2-3 x 600 mg pro Tag und Stuhl weich halten (z.B. mit Macrogol/Movicol oder Flohsamenschalen). Die Schwellung verschwindet von selber innerhalb von 2-4 Wochen. Eher selten besteht eine OP-Notwendigkeit.
2) Schmerzen und Blut beim Stuhlgang infolge Verstopfung oder Durchfall: zumeist eine Analfissur. Hierbei gilt gleiche Therapieempfehlung wie oben unter Analvenenthrombose.
3) Analabszess: pralle schmerzhafte Schwellung am Analrand im Gegensatz zu 1) jedoch eher rot und heiß. Sitzen auf dem Stuhl ist nahezu unmöglich. Hier besteht die Indikation zur operativen Entlastung noch am gleichen Tag.
4) analer Juckreiz: dieses Problem kann vielfältige Ursachen haben und ist nicht zwingend durch ein Hämorrhoidalleiden verursacht. Weitere Ursachen können z.B. falsche Analhygiene (zu häufiges Waschen, Nutzung von feuchten Toilettentüchern) sein. Reinigung mit klarem Wasser nach der Stuhlentleerung, Nutzung von Pflegecreme (z.B. Hametum, Faktu, Penaten, weiche Zinkpaste, bei trockener Haut Panthenol) wird hier empfohlen. Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitits oder Lichen sclerosus können ebenfalls zu Juckreiz im Analbereich führen. Diese Erkrankungen werden von Dermatologen behandelt. Nahrungsmitteleinflüsse stellen ebenfalls eine Ursache dar. Außerdem sollte bei nächtlichem Juckreiz ein Befall durch Würmer vom Hausarzt ausgeschlossen werden. Die überwiegende Anzahl der Patienten, die einzig unter analem Juckreiz leiden, können durch eine chirurgische Behandlung hier vor Ort (z.B. Operation) nicht zufriedenstellend therapiert werden. Lediglich Feigwarzen stellen ein operativ sanierbares Krankheitsbild dar.
Mit diesen Tips können Sie sich zunächst selber erst mal behelfen, bis Sie einen Termin haben.
Krankheitsbilder
Hämorrhoiden
Symptome: Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier, Nässen im Bereich der Analregeion
Behandlungsoptionen: Operationsverfahren abhängig vom Ausprägungsgrad
Analfissur
Symptome: Schmerzen bei der Stuhlentleerung, Blut im Stuhl
Behandlungsoptionen: ohne OP mit Salben und Stuhlregulation, operative Entfernung
Analvenenthrombosen
Symptome: schmerzhafte Schwellung am Analrand
Therapie: zurückhaltende OP-Indikation, Kühlung, Lidocain-haltige Salben, Ibuprofen-Tbl. zur Schmerzstillung, Stuhl weich halten
Analfisteln
Symptome: eitriger Flüssigkeitsaustritt am Analrand
Therapie: operative Entfernung, Fadendrainage
Steißbeinfisteln (Sinus pilonidalis)
Symptome: Hautporus im Bereich der Gesäßfalte mit/ohne Entzündung
Therapie: operative Entfernung
Stuhlentleerungsstörung
erschwerte Stuhlentleerung/Verstopfung
Stuhlinkontinenz
u.a. Biofeedbacktraining
Untersuchungsverfahren
Proktoskopie (Spiegelung des Analkanales)
Rektoskopie (Spiegelung des Mastdarmes)
Für beide Untersuchung ist keine Narkose erforderlich.
Für alle weiteren endoskopischen Verfahren (Sigmoidoskopie, Koloskopie) wenden Sie sich bitte an einen Gastroenterologie.
